Spielplan des Bremer Theaters 2020/21

Spielplanvorstellung 2020/21, Theater am Goetheplatz, HB

Ein buntes und weit gefächertes Programm

Am 19. Juni stellte das Theater Bremen in der Spielplan-Pressekonferenz das Programm für die erste Hälfte der Spielzeit 2020/21 vor. Eine Spielzeit unter besonderen Voraussetzungen, wie Intendant Michael Börgerding betonte, weshalb nun auch nur die ersten Monate fest geplant sind: „Erstmal freuen wir uns sehr, dass wir wieder für Sie spielen dürfen. Aber wir können noch keine zuverlässigen Aussagen für die zweite Spielzeithälfte treffen.”

Eröffnet wird diese besondere Saison im Musiktheater am 13. September mit der Wiedersehensgala „Mit Abstand das Schönste“, einem Abend aus dem Herzen der Oper mit Duetten, Terzetten und Ensembles, eigens entwickelt, um eine Corona-sichere Darbietung zu ermöglichen . Deswegen stellt das Theater Bremen gleich mehrere der Situation angemessene Formate auf die Bühnen. „Die menschliche Stimme / La voix humaine“ von Francis Poulenc feiert am 1. Oktober im Theater am Goetheplatz Premiere, die Musikalische Leitung hat der Erste Kapellmeister Killian Farrell. Unter der Regie von Michael Talke kommt am 7. November die kleine Fassung einer großen Oper: „Papageno erfindet die Zauberflöte“, Musikalische Leitung auch hier Killian Farrell. Und am 11. Dezember feiert „Die Italienerin in Algier / L’italiana in Algeri“ von Gioacchino Rossini in einer halbszenischen Aufführung unter der Musikalischen Leitung von Alice Meregaglia Premiere.

Wenn auch viele Pläne umgeschrieben werden mussten, an einem konnte das Musiktheater festhalten: Yoel Gamzous John-Lennon-Liederabend „Imagine“ kann realisiert werden. Gemeinsam mit „Lazarus“-Regisseur Tom Ryser will Generalmusikdirektor Gamzou einem seiner größten Vorbilder ein Denkmal setzen: mit eigenhändig arrangierten Songs für Gesang, Band und Orchester und einer Bühnenwelt, die sich um den Kosmos Lennon dreht. Premiere: 17. Oktober im Theater am Goetheplatz.

 Vier Uraufführungen hat das Schauspiel für die die erste Spielzeithälfte geplant, eine ist brandaktuell von Fritz Kater verfasst: „düsterer spatz am meer / hybrid (america)“  ist ein zynischer Abgesang auf den amerikanischen Traum, den Regisseur Armin Petras am 26. September im Theater am Goetheplatz zur Uraufführung bringt.

Eröffnet wird die Spielzeit im Schauspiel mit Anke Stellings „Schäfchen im Trockenen“ ab 29. August auf der Bühne im Kleinen Haus. Für die Romanvorlage wurde Stelling mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, Nina Mattenklotz übernimmt die Regie. Mit der Wiederaufnahme von „Woyzeck“ (Büchner / Waits / Brennan / Wilson) in der Regie von Klaus Schumacher wird ab dem 5. September das Theater am Goetheplatz eröffnet. Ebenfalls im September feiert dann Felix Rothenhäuslers Erfolgsstück von den Münchner Kammerspielen in neuer Besetzung Bremen-Premiere: „Trüffel Trüffel Trüffel“ läuft ab dem 12. September im Theater am Goetheplatz.

Mit der Uraufführung „Wanaset Yodit“ geht es im Oktober weiter: Die ägyptische Regisseurin Laila Soliman entwickelte gemeinsam mit zwei geflüchteten Frauen einen kleinen und intimen Abend über das Ankommen, der im Juli für das Festival Theaterformen zunächst als Ton- und Videoinstallation realisiert wird.

Das neue Stück von Hausautor Akın Emanuel Șipal, der mit „Mutter Vater Land“ hundert Jahren Familiengeschichte nachspürt, wird in der Regie von Frank Abt am 5. November im Kleinen Haus zur Uraufführung gebracht und auch Enis Macis „WÜST Oder Die Marquise von O.… – Faster, Pussycat! Kill! Kill!“ nach Heinrich von Kleist und Russ Meyer, feiert als Uraufführung am 20. November im Kleinen Haus Premiere, Regie führt Elsa-Sophie Jach.

„Ronja Räubertochter“ nach dem Roman von Astrid Lindgren soll dann ab dem 22. November alle Zuschauer*innen zwischen 6 und 60 Jahren begeistern, Regie führt Klaus Schumacher. Hausregisseurin Alize Zandwijk feiert als letzte in diesem Jahr Premiere: Mit „Moby Dick oder Der Wal“ nach dem Roman von Herman Melville am 5. Dezember im Kleinen Haus.

Neben den Vorhaben für die kommenden Monate stellte sich auch Stefan Bläske vor, er wird ab der Spielzeit 2020/21 die Leitung in der Schauspiel-Dramaturgie übernehmen. Der promovierte Theaterwissenschaftler arbeitete als freier Dramaturg, insbesondere mit Milo Rau – u. a. an der Schaubühne Berlin und am Schauspielhaus Zürich, zuletzt war er leitender Dramaturg am NTGent in Belgien. 2017 wurde er von den Kritiker*innen von „Theater heute“ zum Dramaturg des Jahres gewählt.

Im Tanz wird im Oktober die Premiere von „Futuralgia“ nachgeholt. Choreografin Núria Guiu Sagarra wirft darin ihren Blick auf den Körper im digitalen Zeitalter. Für ihre erste Arbeit am Theater Bremen überträgt Sagarra ihre Auseinandersetzung mit der Sphäre des Digitalen auf das Ensemble von Unusual Symptoms. In „Futuralgia“ untersucht sie, welche Körperbilder sich in den Screens manifestieren und wie sich diese auf der Bühne wieder auflösen lassen. Mit choreografischen Mitteln befragt sie das Verhältnis von Körper und Digitalität zu Zeit und Raum und ihre Rolle in der Erzeugung persönlicher und kollektiver Identität. Premiere ist am 10. Oktober im Kleinen Haus.

Gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund haben die Choreografen Felix Landerer und Helge Letonja im vergangenen Jahr das Projekt TanzRAUM Nord initiiert, mit dem sie neue Impulse und Dynamiken für die Stärkung der freien Tanzszene zwischen Bremen und Hannover erzeugen möchten. Das Kernstück des Projektes bildet das hierfür gegründete Ensemble Of Curious Nature, mit dem Helge Letonja in Bremen nun eine weitere Arbeit entwickelt: „Momentum Zero“ feiert am 16. Oktober im Kleinen Haus Premiere.

Das Moks startet mit „C0N5P1R4.CY“ von Konradin Kunze und Ensemble in die neue Spielzeit. Die Stückentwicklung rund um Strukturen und Mechanismen von Verschwörungserzählungen feiert für alle ab 14 Jahren am 3. Oktober im Brauhaus Premiere. Zu einem begehbaren Hörspiel lädt das Moks dann ab dem 4. November mit „Das Fundstück“ ein: Die Reise geht für alle ab 8 Jahren in den Keller, wo so manches schlummert …

Am 25. Oktober holen dann auch die Jungen Akteur*innen mit dem Schmusical „Like a Virgin“ für alle ab 12 Jahren die im April ausgefallene Premiere nach. In dem Abend gehen sie den Fragen des Teenagerdaseins auf den Grund: Eine große Musikshow wird zur Feier der Pubertät und lässt das hervorbrechen, was sowieso da ist.

Wann der CLUB in seiner bisherigen Form wieder stattfinden kann, ist derzeit offen: Damit bis dahin nicht auf Live-Musik verzichtet werden muss, präsentiert der CLUB UNPLUGGED ab Herbst im Theater am Goetheplatz Akustik-Konzerte mit Künstler*innen, die sich gemeinsam mit dem Theater Bremen auf die besondere Situation einlassen und in der größten Spielstätte des Hauses eigens hierfür entwickelte Sets spielen werden. Den Auftakt macht am 18. September die US-amerikanische Rapperin Akua Naru mit ihrer Band.

Diana König

Leitung Presse

Theater Bremen GmbH

Goetheplatz 1–3, 28203 Bremen

Tel 0421 3653-210

 

 

 

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