Category Archives: Oper/ Musiktheater

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Dido und Aeneas, OL

Masque in drei Akten
Libretto nach Ovids ‚Metamorphosen‘
Henry Purcell (1659 — 1695) Oper in drei Akten, Libretto von Nahum Tate nach Vergils ‚Aeneis‘

 Staatstheater Oldenburg, 2019

Venus, die Göttin der Liebe, lässt lieben. Zusammen mit ihrem Sohn Cupido amüsiert sie sich über Liebesleid und Liebesfreud der Menschen und schürt diese aus sicherer Distanz – bis sie eines Tages durch einen Zufall selbst zur Zielscheibe von Cupidos Pfeil wird. Durch ihre Liebe zum schönen Adonis gewinnt sie zwar an Menschlichkeit, verliert gleichzeitig aber auch ihre göttliche Unverletzlichkeit, sodass der Verlust des Geliebten sie mit äußerster Härte zu treffen vermag.
Aus Angst, verletzt zu werden, wagt wiederum Karthagos legendäre Königin Dido es zunächst nicht, sich auf ihre Liebe zum Helden Aeneas einzulassen. Aeneas gelingt es jedoch, ihren Widerstand zu brechen. Aber auch diesem Paar ist letztendlich kein Glück gegönnt, denn dunkle Mächte entzweien die Liebenden und stürzen Dido in tiefste Verzweiflung.
Im Zusammenspiel der beiden Barockopern lässt Regisseur Tobias Ribitzki, der sich mit dieser Arbeit erstmals am Oldenburgischen Staatstheater präsentiert, das Schicksal der Liebesgöttin mit dem der antiken Königin zu einem berührenden Frauenschicksal verschmelzen, das sich im spannungsvollen Gegensatz einer kühl distanzierten göttlichen Liebe auf der einen und wahrhaft beseeltem menschlichen Lieben auf der anderen Seite entfaltet. Als künstlerischer Partner steht ihm dabei Stefan Rieckhoff zur Seite, der das Oldenburger Publikum bereits mit seiner Ausstattung für die Opern ‚Falstaff‘, Cristina, Regina di Svezia‘ und ‚Ein Sommernachtstraum‘ begeisterte.
Auf historischen Instrumenten sowie in tiefer Stimmung wird das Oldenburgische Staatsorchester unter der musikalischen Leitung von Thomas Bönisch die Opern in authentischem Barockklang erlebbar machen.
Musikalische Leitung: Thomas Bönisch/ Felix Pätzold

Inszenierung: Tobias Ribitzki

Bühne und Kostüme: Stefan Rieckhoff

Choreografie: Elvis Val

Einstudierung Chor: Thomas Bönisch/ Felix Pätzold

Einstudierung KlangHelden Kinderchor: Felix Pätzold/ Alwin Kölblinger, Edwina Treptow
Licht: Steff Flächsenhaar
Dramaturgie: Annabelle Köhler
Venus/Dido: Ann-Beth Solvang
Adonis/Aeneas: Leonardo Lee
Cupido: Erica Back
Schäferin/Belinda: Martyna Cymerman/ Elena Harsanyi
Zauberin: Melanie Lang
1. Hexe: Martha Eason
1. Schäfer, 1. Jäger / 2. Hexe (Spirit): KS Paul Brady
2. Schäfer, 2. Jäger / Matrose: Mark Watson Williams/ Sandro Monti
3. Schäfer / 3. Jäger: Henry Kiichli
Tänzerin: Renate Nehrkorn
Tänzer: Uri Burger, Ruben Reniers, Charlie Riddiford
Mitglieder des Opernchores des Oldenburgischen Staatstheaters
KlangHelden Kinderchor des Oldenburgischen Staatstheaters
Oldenburgisches Staatsorchester

 

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Masque in drei Akten Libretto nach Ovids ‚Metamorphosen‘ Henry Purcell (1659 — 1695) Oper in drei Akten, Libretto von Nahum Tate nach Vergils ‚Aeneis‘  Staatstheater Oldenburg, 2019 Venus, die Göttin der Liebe, lässt lieben. Zusammen mit ihrem Sohn Cupido amüsiert sie sich über Liebesleid und Liebesfreud der Menschen und schürt diese aus sicherer Distanz – bis sie eines Tages durch einen Zufall selbst zur Zielscheibe von Cupidos Pfeil wird. Durch ihre Liebe zum schönen Adonis gewinnt sie zwar an Menschlichkeit,

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Die spanische Stunde, OL

Wenn die Stunde schlägt, und der Meister das Haus verläßt, um die Rathausuhr zu richten, dann schlägt die Stunde für Concepcion, die Gattin des Uhrmachers, die auf ihren Galan wartet. Doch diesmal hat das Schicksal ihr einen Strich durch die amouröse Rechnung gezogen: kurz bevor der Meister seinen stattlichen Uhrenpark und sein nicht minder attraktives Weib verläßt, kommt noch ein Überraschungkunde, ein Maultiertreiber, stattlich und gemächlich daher und möchte seine Uhr, ein Erbstück, repariert haben. Don Gomez vertröstet ihn bis zu seiner Rückkehr und heißt ihn in der Gesellschaft seiner Frau auf ihn zu warten. Ramiro ist’s recht und heimelig unter den lustig tickenden schönen Uhren und der noch schöneren Frau des Hauses. Um den Maultiertreiber los zu werden, schmeichelt Concepcion seiner Kraft und überredet ihn, eine der beiden Standuhren in ihr ZImmer ins obere Stockwerk zu bringen. Ob er das schwere Ding tragen kann? Natürlich, ein Leichtes für den Kraftprotz, so tönt es über alle Ränge bis an die Schlosskuppel des Theaters. Und kaum ist der Bursche samt Uhrungetüm zur Tür hinaus, trifft Liebhaber Nr. 1 ein, ein lieblicher Poeme dichtender Galan, doch soll er nicht reimen und schwermütig schmeicheln, sondern die kostbare Stunde nicht vertändeln, Conceptcion kennt alle seine zärtlich wundersamen Tiraden zur Genüge. Und wirklich schwindet die Zeit – tick tack steht der freundliche Maultiertreiber schon wieder vor ihr, Auftrag erfüllt. Doch weit gefehlt. Jetzt geht das Durcheinander erst richtig los, gemangt von einer selbstbewußten Jongleuse, die mit drei Männern so geschickt verfahren muß, dass stets nur einer sichtbar bleibt. Das ist ein grandioser musikalischer Spaß und ein köstliches dramaturgisches Spektakulum, von dem glänzenden Orchester spanisch feurig und kompositorisch variationsreich mit allen Facetten der Folklore und den großen Klangwelten Ravels mit Grandezza versponnen.

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Don Pasquale, OL

von Gaetano Donizetti Dramma buffo in drei Akten  – Uraufführung am 3. Januar 1848 in Paris Libretto von Giovanni Ruffini und Gaetano Donizetti Staatstheater Oldenburg, 2020 Musikalische Leitung: Vito Cristofaro ; mit dem Oldenburgischen Staatstheater; Regie: Christoph von Bernuth, Bühne: Piero Vinciguerra, Kostüme: Mathilde Grebot, Dramaturgie: Stephanie Twiehaus, Licht: Regina Kirsch. mit Donato Di Stefano als charaktervoller, gleichwohl irrender und wirrender Don Pasquale; Martha Eason als selbstbewußte Verführerin und Betrügerin; Michael Porter als Ernesto, mit geschmeidigem Spieltenor, der in dieser

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La Clemenza di Tito, OL

Opera seria in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart Libretto: von Caterino Mazzolà nach Pietro Metastasi (Die Handlung der Oper spielt im Jahr 79 in Rom) Uraufführung am 6. September 1791 in Prag Oldenburgisches Staatstheater, 2019 Musikalische Leitung: Vito Cristofaro/ Thomas Bönisch, Inszenierung: Laurence Dale, Bühne: Matthias Kronfuß, Kostüme: Gabriella Ingram , Einstudierung Chor: Markus Popp, Licht: Regina Kirsch, Dramaturgie: Annabelle Köhler – Opernchor des Oldenburgischen Staatstheaters Tito Vespasiano: César Cortés, Vitellia: Narine Yeghiyan, Servilia: Elena Harsányi, Sesto: Nian Wang,

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Alcina, HB

Viele Vorhänge und glühende Begeisterung zur Bremer Premiere für die hinreißenden Darbietungen der Protagonisten, dem zärtlichen Continuo mit Olga Watts, Hugo Miguel de Rodas, Axel Wolf, Ulf Schade und Hanna Weber, dem taktvoll und unaufdringlich richtungsweisenden Orchester unter der Leitung von Marco Comin, sowie dem gesamten Mitarbeiterstab, der mit großem Ideenreichtum arbeitete. Der Chor, als Geister nicht minder präsent und klangschön wie stets, umrahmte freudvoll das kurzweilige Bühnenspektakel. Damit wurde die Barockoper ihres oftmals süßlichen Charmes enthoben und in ein dramatisches Kleinod verwandelt, das die Stimmkunst nicht Kapriolen nicht um ihrer selbst willen Kapriolen schlagen läßt, sondern Gesang und Schauspiel die Skala einer erweiterten, neuartigen Emotionaltät freigibt. A.C.

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Die tote Stadt, HB

Ein sehr kunstvolles, phantasiereiches Bühnenarangement, das das Orchester in den Mittelpunkt stellt und die Protagonisten davor placiert, wird der Intention des Komponisten mehr als gerecht. Die Videoeinspielungen, die Ursachen und Hintergrund der bizarren Verstörung des Malers Paul symbolisieren sollen, kann man gesondert betrachten. Der vom Leben und Tod seiner geliebten Gattin besessene, sich in eine nekrophile Anbetung rettende Mann jedenfalls wird nach und nach sein Leben und das seiner neuen Geleibten, die das Ebenbild der Verstorbenen zu sein scheint, durch seinen Wahn mit Sicherheit zertören. Dass Maria auf dem Heiligensockel verschiedene Ratschläge erteilt, gehört zu seiner depressiven Wahrnehmung, und dass Marietta Lebenslust und Liebesfreude mit elementarer Leidenschaft verkörpert, stürzt Paul nur in noch tiefere Paranoia. Phantastische Sänger, eine eigenwillige Inszenierung und ein in die Tollheit getriebenes Orchester, das aber genauso aller Wehmut und Sehnsucht die Waage hält.

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