Category Archives: Ernst/ Heiter

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La Bettleropera, B

Wer die klassische Version von Bert Brecht und Kurt Weill sucht, wird wenig finden. Sowie der Titel bereits Verwirrung stiftet, gleicht auch dieses Stück einem nur schwer entwirrbaren Knäul voller Einfälle, Abstrusitäten einer sexistischen Gemengelage, alles verquickt in schlichter Textführung, wirbelnden Tänzen und moderner Musik mit Pop und Rock und allerlei schönen Klängen, die zu einem komischen Bordell-Musical eigentlich nicht so recht passen. Für die Anhänger dieser seit …. Jahren beliebten Neuköllner Kulturstätte, die sich heute mitten im Zeitgeist phanatasievoller Darstellungsvariationen behauptet, war dies zweistündige muntere Spiel ein Vergnügen, ungeachtet der ersnthaften Schlusspointe, die dnan doch überraschte.

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Candide oder Der Optimismus, HB

Leonard Bernstein läßt die lange Zeit verfemte Gesellschaftssatire des französischen Schriftstellers und Denkers Voltaire in musikalischer Bildsprache auferstehen und umgibt sie mit einer Virtuosität, die, wie gewohnt, zwischen Musical, Oper, Operette immer einfühlsam, zuweilen zärtlich, dann wieder grell-katastrophal changiert und hohe wütende Wellen auftürmt, wenn es an physische, psychische und moralische Grenzen geht. Die Bremer Inszenierung läßt die Erzählung des Franzosen in der Neufassung von John Caird aus dem Jahr 1999 in großer Orchesterbesetzung der Scottish Opera Version spielen, die den Handlungsablauf strafft und sich auf die philosophische Auseinandersetzung konzentriert. Ein phantasievoller, farbenprächtiger Bilderreigen mit so viel Lebendigkeit, dass man beinahe vergißt, dass es sich hier um eine philosophische Auseinandersetzung von Leben und Tod handelt.

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Wunschkinder,B

Der bekannte Bühnenautor Lutz Hübner hat mit diesem Stück, das Torsten Fischer im Renaissance Theater Berlin inszeniert hat, eine lautstarke, teils humorvolle, teils tragische realistätsnahe Story geschrieben, die sich mit gewünschten und ungewollten Kindern, mit überverwöhnenden und ängstlichen Eltern, alleinerziehenden Müttern und taffen Jugendlichen, die noch nicht so recht erwachsen werden wollen, befasst. Es hat einen großen Wiedererkennungseffekt und vermittelt hoffentlich auch genauso viel psychologische Einsicht.

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Quartetto, B, 2016

Diese Version der beliebten Komödie ist ungewöhnlich, weil sie tatsächlich mit vier älteren berühmten Sängern besetzt ist und nicht mit Schauspielern. Ob der Schluss, die Pointe des reizenden Seniorenstory in einem amerikanischen Heim für mittellose Künstler, hätte umgeschrieben werden müssen, bleibt fraglich. Aber die Berliner schätzen “ihre” Künstler so sehr, dass man die Inszenierung wieder in die neue Saison übernommen hat.

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Quartetto, B, 2006

Ein vergnügliches Kammerstück über die Möglichkeit – trotz aller Beschwerden – mit Würde und Witz (und Musik!) seinen dritten Lebensabschnitt zu gestalten und sich in sein unvermeidliches Schicksal zu fügen. Auch, wenn es sich dabei um vier leicht überspannte Künstlernaturen handelt, die aber alle ihre Eigenarten so liebenswert kultiviert haben, dass man diesem bezaubernden Verdi-Quartett noch ein langes Leben wünscht – und dem Theater viele erfolgreiche Aufführungen!

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Halpern und Johnson, B

Zwei Männer und eine Frau – ein alter Stoff, der immer wieder gut ist für eine Komödie, für ein Drama, für eine Geschichte, die jedermann erreicht. Und wer könnte so genial den schmalen Grad entlang wandern, der diese beiden Genre miteinander verbindet wie der jüdisch-amerikanische Autor Lionel Goldstein – und wer könnte diese traurig-schöne Liebesbeziehung zweier Männer zu einer Frau so emphatisch nachspielen wie die beiden Charakterdarsteller Gerd Wameling und Udo Samel! Ein dringender Appell: Es darf nicht bei nur diesem einen Gastspiel bleiben!
Denn was als Lesung angekündigt ist, erweist sich – trotz der Tisch-und Stuhl-Requisiten und der vorliegenden Textbücher – als temperamentvolles, feinnerviges, hintergründiges Spiel zweier Männer, die einander viel zu erzählen hätten – vorläufig aber wie zwei Kater um den heißen Brei herumschleichen. Da ist der eine, der Ehemann, der seine Frau tränenreich betrauert, und mit ihm, am Grab zur gleichen Zeit, ein anderer, ihm unbekannter Mann, der einen Strauß bunter Blumen auf das frische Grab legen möchte, was gegen die Regel einer jüdischen Bestattung ist. Sie wussten und wissen vorerst nichts von einander, ihr Erstaunen ist im gleichen Maße mit Misstrauen gepaart, und es wird vier aufregende Episoden lang dauern, bis sie die Wahrheit über ihre gemeinsame Liebe, über ihre Situation, die geliebte Frau und last not least über sich selbst gefunden haben.

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