Category Archives: Ernst/ Heiter

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La Cenerentola, OL

Sie alle – dann doch ganz anders als im sehr alten Aschenputtelmärchen – ließen Rossinis Werk an diesem Abend zum xmale nach seiner Uraufführung wieder auferstehen: sowohl in hinreißend zärtlichen Arien und mitreißenden crescendi als auch in furiosen, rasanten Rhythmen im Super-DZug-Tempo als ob so eine Stimm- und Spielakrobatik selbstverständlich wäre. Was diese Inszenierung unter anderem auszeichnet, ist die Unkompliziertheit des Spiels, die choreografisch sehr geschickte Einteilung parallel laufender Szenen auf der – leider – häßlichen hinterhofartigen Bühne, der auch ein paar Vorhänge oder Stühle samt Kronleuchtern keine wirkliche Veränderung verschaffen. Die Atmosphäre muß erfühlt und erspielt werden, was zuweilen auch mit irrwitzigen Kapriolen musikalischer Fremdeinschübe und aktueller Gags – vor allem aber durch die außerordentliche Einfühlsamkeit der Darsteller in ihre genial komponierten Rollen bestens gelingt.

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Die Tanzstunde, B

von Mark St. Germain, deutsch von John Birke Komödie am Kurfürstendamm im Schillertheater, Berlin, (Wiederaufnahme November 2018) Regie: Martin Woelffer, Bühne und Kostüme: Julia Hattstein, Choreografie: Annette Rekendorf mit Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen “Veränderungen bedürfen der Courage” Wenn das noch gelingt – ein sensibles Drama mit Empathie und Humor, mit Akzeptanz, Toleranz und Einsicht in die unausweichliche Dramatik der Realität einzubetten – dazu mit zwei Schauspielern, die sich auf dem Spiegelparkett der Anforderungen sicher zu bewegen wissen, die vor

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Orpheus in der Unterwelt, OL

Man stelle sich vor: Da wird der zärtlich alle Herzen betörende Stargeiger Orpheus von seiner Ehefrau betrogen, und er selbst neigt seine Gunst auch eher einer kleinen Nymphe zu. Also handfester Ehekrach im Hause des großen klassischen Liebespaares. Offenbach stellt eine neue, freche, amüsant verquirrlte Version vor, die der Regisseur dieser Inszenierung auch noch nach comedy-Art mit allerlei Gags und Slapsticks fein zu würzen versteht. Und nicht nur das: er selbst übernimmt nun die Hauptrolle – eigentlich der Not gehorchend, weil die beiden “echten” Eurydikes an diesem Abend nicht auftreten können, und Elvira Hasanagic die Partie am Seitenpult zwar zauberhaft und leidenschaftlich singt, aber die schauspielerische Partie unmöglich in nur wenigen Stunden erarbeiten konnte. Also, was lag da auf der Hand als die scheinbar mit so leichter Hand komponierte tiegründige Satire auch kurios verquer mit einem männlichen Hauptdarsteller zu besetzen: mit Felix Schrödinger, der als Regisseur ja ohnehin alle Rollen genauestens einstudiert hat. Die Renaissance der Operette in bester Konsequenz.

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Wellcome To Hell, B

“Welcome To Hell” – unter diesemTitel demonstrierten im Jahr 2017 rund 12000 Menschen gegen den G20-Gipfel in Hamburg. Der massive Protest gegen Globalisierung, Kapiutalsmus und soziaale Misssätnde auf der Welt eskalierte durch dien brutalen Übergriffe einer Rockerbande und führte zu Straßenschlachten und Verwüstungen in der Hamburger Innenstadt. Peter Lund hat ein Musical für seine Abschlussklasse auf der Hamburger Demogrundlage inszeniert, und dabei eine stringente, turbulente, agressive Talentshow auf die Beine gestellt, die neben den beabsichtigten Schockelementen die ewigen Sehnsüchte und Wünsche junger Menschen nach Gerechtigkeit und Anerkennung sichtbar macht.
Damit positioniert sich die Neuköllner Oper stark gesellschaftspolitisch, wobei Wut und Frust junger Menschen aus vielerei Nationen und Traditionen in mancherlei sozialen und emotionalen Gegensätzlichkeiten hart aufeinanderprallen. Eine musikalisch mitreißende Auführung beachtenswerter Talente.

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La Bettleropera, B

Wer die klassische Version von Bert Brecht und Kurt Weill sucht, wird wenig finden. Sowie der Titel bereits Verwirrung stiftet, gleicht auch dieses Stück einem nur schwer entwirrbaren Knäul voller Einfälle, Abstrusitäten einer sexistischen Gemengelage, alles verquickt in schlichter Textführung, wirbelnden Tänzen und moderner Musik mit Pop und Rock und allerlei schönen Klängen, die zu einem komischen Bordell-Musical eigentlich nicht so recht passen. Für die Anhänger dieser seit …. Jahren beliebten Neuköllner Kulturstätte, die sich heute mitten im Zeitgeist phanatasievoller Darstellungsvariationen behauptet, war dies zweistündige muntere Spiel ein Vergnügen, ungeachtet der ersnthaften Schlusspointe, die dnan doch überraschte.

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Candide oder Der Optimismus, HB

Leonard Bernstein läßt die lange Zeit verfemte Gesellschaftssatire des französischen Schriftstellers und Denkers Voltaire in musikalischer Bildsprache auferstehen und umgibt sie mit einer Virtuosität, die, wie gewohnt, zwischen Musical, Oper, Operette immer einfühlsam, zuweilen zärtlich, dann wieder grell-katastrophal changiert und hohe wütende Wellen auftürmt, wenn es an physische, psychische und moralische Grenzen geht. Die Bremer Inszenierung läßt die Erzählung des Franzosen in der Neufassung von John Caird aus dem Jahr 1999 in großer Orchesterbesetzung der Scottish Opera Version spielen, die den Handlungsablauf strafft und sich auf die philosophische Auseinandersetzung konzentriert. Ein phantasievoller, farbenprächtiger Bilderreigen mit so viel Lebendigkeit, dass man beinahe vergißt, dass es sich hier um eine philosophische Auseinandersetzung von Leben und Tod handelt.

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