Category Archives: Tanz & Tanztheater

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Ballett Impulsiv III,OL

In funkelnd meeresblaugrün schimmernder zweiter Haut versprüht das Corps de Ballett endlich die ersehnte Lebenslust und Tanzfreude pur; am Ende des abwechslungsreichen Abends präsentiert der Choreograf Jully den Schlußakkord wie Perlen an der Zündschnur, explosiv, überbordend – beglückt geht man in den späten Pfingssonntag. Eine zweistündige Vorstellung zeigt in vielfältigen und ausgefeilten tänzerischen Episoden zum Themenbereich “sich aufeinander verlassen getanzte Lebensfreude – zuweilen von dem Applaus eines begeisterten Ballettpublikums für Momente unterbrochen – ein Kaleidoskop perfekter tänzerischer Vielfalt auf verschiedenen thematischen Ebenen.

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Alice im Wunderland, OL

Und ist auch Dichtung, so ist’s doch auch Wahrheit, so möchte man die hinreißende Choreografie beschreiben, mit der Antoine Jully die phantastische Welt, in die der Dichter Lewis Carroll seine achtjährige Alice schickt, sie irren und wirren lässt, bis sie sich selber aus der Zange eines infernalischen Spiels in der Welt des Kartenspiels von ihren Ängsten befreit. Bis dahin schwirrt und stolpert Alice in hohen Sprüngen, Spagaten und artistischen Figuren – immer wieder als ein Opfer der starken männlichen Geister, die sie wie einen Spielball herumwirbeln – durch ein abstruses Chaos. In einer abstakten Traumwelt voller bizarrer Ereignisse, seltsamster Vögel und Figuren wird das Kind betäubt und verängstigt, doch auch gleichermaßen fasziniert und neugierig in den Sog einer surrealen Fabelwelt gezogen, die so nicht existiert und doch in aller Unheimlichkeit irgendwie real ist in ihrer dunklen, vielschichtigen Untergründigkeit.
Denn das weiße Kaninchen, ein fantastischer Tanzpartner in dieser außergewöhnlichen Fremdenführung durch die Unterwelt, assistiert von zwei übermütigen Clowns, die Alice wie Schuljungen foppen, gleitet sie am Ende dennoch sicher durch diese verwunderliche Welt, die von ihr Besitz ergreifen will und deren Geister sie in einem rasenden Wechsel der Gefühle stürzen, aus denen sie sich befreien und zu ihrer Schwester in der Oberwelt zurückkehren kann. Und das scheint die Botschaft des Dichters, die in dieser stimmigen Gemeinschaftsarbeit eines kreativen, tanzgewaltigen und ausdrucksstarken Teams sichtbar wird: zu begreifen, wie bunt, wie vielschichtig, wie gefährlich, aber auch wie seltsam schön das Leben sein kann, bedrohlich und verführerisch, unvorhersehbar, ebenso voller Zärtlichkeit wie Gewalt, voller Musik und Zauber für den, der zu einer eigenen Persönlichkeit gefunden hat.

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Evita, OL

Dem Oldenburgischen Staatstheater ist eine sehenswerte Inszenierung geglückt, weil es sich zum Einen an die erfolgreiche Vorgabe der Originalproduktion von Harold Prince hält, zum anderen, weil es in nur gut zweistündiger Aufführung den Lebenslauf der Eva Duarte Perón in vielfarbiger Leuchtkraft entfaltet. Da sind nicht nur die stimmlich variationsfähigen Darsteller, die dies Metier mit Auszeichnung im Musicalfach studiert haben, und Spiel und Gesang perfekt miteinander vereinen, sondern es gelingt eine effektvolle Gesamtharmonie von Orchester, Regie und Bühnenzauber.

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Deca-Deci/L’Arlésienne, OL

Es ist ein temporeiches, faszinierendes Ballettangebot, das neue und klassische Ausdrucksformen in vielseitig variablen, künstlerisch höchst anspruchsvollen Bewegungsabläufen vereint. Es geht darum, Begegnung und Trennnung, Nähe und Ferne, Liebe und Abkehr, Gewinn und Verlust, Zusammensein und Einsamkeit, insgesamt alle möglichen Polaritäten unseres Daseins wie Gegensätze und Ähnlichkeiten, Ursprung und Fortschritt, Wildheit und Zivilisation, Rituale und Kultur als sich permanent wandelnde Entwicklungsphasen transparent werden zu lassen.

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Namouna und Clear, B

Zwei völlig verschiedene Ballette und Choreographien mit entsprechend unterschiedlicher Anforderung sind an diesem Abend vereint. Da ist die akademisch-klassische Bearbeitung zweier Bach-Konzerte mit einem hoch motivierten Ensemble starker Tänzertalente, und da ist die zauberhafte neue stilisierte Version einer romantischen Liebesgeschichte , die so frisch und übermütig daherkommt, als sei sie gerade erst ins Jungmädchenalter gekommen.

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