Monthly Archives: Januar 2026

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Next to Normal, OL

Es ist eben Amerika, Themen kennen kein Tabu, und wenn ein Musical mit unglaublichen Rockrhythmen in allerhärtesten wie in allerfeinsten Tönen sich eines so schwerwiegenden Themas wie Wahn, Paranoia und Suizid annimmt, dann kann man sicher sein, dass niemand darin versinkt. Also keine Sorge: dies ist ein Musical voller Dramatik und Dynamik, von großer schauspielerischer wie sängerischer und darstellerischer Empathie und Qualität. Man ist und bleibt atemlos und verfolgt das Schicksal einer vom frühen Tod ihres kleinen Jungen geschlagenen Familie mit großem Mitgefühl, ohne dabei ins Kitschig-Sentimentale abzugleiten. Ein außergewöhnlich intensiver Abend.

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Neujahrskonzert 2026, OL

Richard Wagners Tannhäuser Overtüre zum Auftakt als emotional beschwingte wie ebenso expressive Erinnerung daran, wie im Mittelalter um Meistertitel in vielen Disziplinen – also nicht nur im Handwerk, sondern auch in Gesang und Poesie gerungen wurde, gefolgt von “Glou,glou” aus (Hoffmanns Erzählungen), dem der Opernchor den Schwung und Glanz gab: Intendant Georg Heckel erläuterte als charmanter Begleiter des Abends in seiner humorvollen Einführung das Motto der hoch artifiziellen Beiträge der Künstler: RAUSCH! Rauschhaft, für dessen Zustand einzig die Kunst als Motor genüge und nicht etwa jene Art Laudanum der sich einst noch Hector Berlioz bedient habe, um im Rausch des Opiums allerdings so großartige Kompositionen wie, heute im Programm, die Symphonie fantastique “Un bal” zu erfinden.