Monthly Archives: Februar 2026

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Lady Macbeth von Mzensk, OL

Wie soll man diese außergewöhnliche Stimme von Shelley Jackson beschreiben, die als Katerina Lwowna Ismailowa die geschundene Kaufmannsgattin spielt, unter der Fuchtel des gierig-geilen Schwiegervaters Boris, einem impotenten Ehemann und einem wütenden Arbeitermob steht, der sich nicht scheut, das Hausmädchen en masse zu vergewaltigen. Diese Katarina ist selbst tongewordenes Elend, das klar und machtvoll aus ihr heraus herausbricht, mit nachklingendem Schmerz, tobend gefährlich, leidenschaftlich zerstörend, sehnsüchtig leuchtend als Liebende. Und sie zeigt uns nicht nur, welche Demütigungen sie als „nutzlose“ geächtete arme Schwiegertochter zu erleiden hat, sondern auch und vor allem immer wieder ihren Gemütszustand –von gähnender Langeweile- die sie fast erdrückt – ebenso wie die unendliche Frustration einer jungen unbefriedigten Ehefrau in einem leeren Leben, dessen Sinn sie verzweifelt sucht – und dann jäh findet in dem neuen Arbeiter des Guts, einem handfesten, um nicht zu sagen derben, aber sicher gerissenen und eigennützigen Frauenhelden und Draufgänger. Für den schnell herbeigezauberten russischen Gastsänger, der die Rolle in originaler Sprache sang, mochte das so wenig emotional reagierende Publikum (So etwas wie Szenenapplaus gibt es nur ganz selten im Staatstheater und auch das nur bei jungem Leuten) vielleicht eine Enttäuschung sein. Aber er war schon in allem eine echte Bereicherung, von stattlicher Figur und von vital-rauher Ausstrahlung. Sergej, der selbst die blutigen Peitschenhiebe des neid- und hasserfüllten Gutsherrn Boris erträgt, um diese schöne Frau zu besitzen und mit ihr eines Tage sogar Haus und Hof zu erben, sobald auch der Ehemann irgendwie ausgeschaltet sein wird…

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Alte und neue Operndramen zum Jahresauftakt 2026,B

An den Opernbühnen in Berlin herrscht im Januar Hochbetrieb: Konjunktur für Dramen von u.a.Verdi,  Schostakowitsch, Giordano, Korngold, Schreker – Deutsche Oper und Komische Oper. Erlebt und durchkomponiert in vielerlei inszenatorischen Facetten, mit herausragenden Bühnenbildkonstruktionen, mal fantastisch überbordend, mal minimalistisch. Die eine Regie gibt dem psychologischen Tief musikalischen Vorrang, bei anderen sind Bildtechnik, Stimmführung und Orchesterklang absolut kongruent. Der eine Inszenierung  bestimmt den absoluten musikalischen Gewinn, präferiert das Hörerlebnis, die andere durchleuchtet theatralisch den Bezug von Geschichte und Gegenwart von  Grund

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Eine Minute der Menschheit, B

“Niemand liest etwas; wenn er etwas liest, versteht er es nicht; wenn er es versteht, vergisst er es sofort – das ist das Lemsche Gesetz” Stanislaw Lem
Es ist eine Vision (wie auch bei Orwell), die uns heute grausamerweise beinahe schon als Realität erscheint, und man wird das Gezeter auf der Bühne letztlich als ein Spiegelbild unserer Zeit, ihrer Kolumnen und unentwegt sich selbst beruhigenden Wissenschaft erkennen könnten. Dabei gilt es, das Lemsche System zu verdeutlichen, das auf einer Betrachtung des ursprünglichen Zustands der Menschheit beruht, die sich in ihren Entwicklungsphasen als unfähig erwies, sich zu begrenzen und einzuschränken, in einem fort voranstrebte, ohne jemals die Konsequenzen aller Forschung und Entwicklung aus der Vergangenheit als Warnung vor einer letzendlich sich selbst vernichtenden Bedrohung zu beachten. Eine lebendige, oft verwirrende Inszenierung, die aber letztlich der Skurrilität einer überbordenden Vision erliegt.