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Die rote Zora

Bei den Kindern kommt diese auf die einfache Formel “gutes und schlechtes Sozialverhalten” gebrachte Inszenierung gut an, denn das Thema ist nicht, wie im Buch, vordringlich der schmerzende Hunger, das Elend des Ausgestoßenseins, der Armut und der Diskriminierung, sondern es geht eher um harmlose Mutproben, schillernd schöne Tunfische, einen harmlosen Hühnerdiebstahl, und – die kapitalistische Vernichtung der privaten Fischerexistenzen.

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Die Nadeln der Kleopatra

Diese kleine Geschichte um drei gesellschaftliche Außenseiter und eine blinde alte Lady mit einer tragischen Lebensgeschichte könnte als Liebesstory auf zwei Ebenen durchaus eine kleine Perle sein; Die Schauspieler zumindest geben sich alle Mühe, zwischen den verschiedenen Milieus herumzuturnen.
Die Begeisterung für dieses magere Stück ist allerdings nur aus einem Grunde heraus verständlich: Man möchte der großen alten Dame des Films und der Bühne, der 79jährigen Ingrid van Bergen, die selbst ein schreckliches Schicksal durchlitt, liebevoll huldigen. Und das ist hiermit geglückt.

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Die Mitschuldigen

Das Kammertheater im Palais am Festungsgraben geht mit Goethe in die neue und zugleich 18. Spielzeit 2009/10, und hat ein Jugendwerk des Dichters aus dem Jahr 1769 ausgewählt, das eine klare Anlehnung an die spöttische Humanbetrachtung des Franzosen Jean Baptiste Molière zeigt. Noch ist es nur eine kleine, erste Fingerübung, doch sie zeigt bereits die Genialität des 19jährigen, der mehr von seiner Umgebung belauschte und in seinem Gedächtnis bewahrte als es wohl den Leuten lieb war.

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Die heilige Johanna der Schlachthöfe

Stemann macht aus der Johanna im ersten Teil seiner Inszenierung denn auch eine elegante, naiv-dümmliche Salondame! Im zweiten Teil allerdings darf Katharina Marie Schubert eine erbarmungswürdige heruntergekommene Johanna sein! Aus den Fleischhändlern macht er eine gierige, skrupellose Dreierbande, in der Felix Goeser, Matthias Neukirch und Andreas Döhler im Rollentausch alle Mächtigen dieser Welt zunächst ziemlich unernst darstellen, und aus der Vertreterin der Ausgesperrten eine mahnende Agitatorin ohne Leidenschaft, deren Appell Margit Bendokat in bekannt exaktem Sprachrhythmus vorträgt.

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