Author Archives: A. Cromme

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Don Giovanni

Was Calisto Beixto in der Komischen Oper einst mit Mozarts “Cosi fan tutte” veranstaltete, bedurfte wirklich des massiven Protests. Doch im Gegensatz zu jener würdelosen, pornografischen Inszenierung hält Schwab es hier eher faustisch: unheimlich-geheimnisvoll. Und doch offensichtlich ist es, wer hier im Dunkeln der Bühne die Peitsche schwingt gegen die unersättliche Gier einer zerstörte Seele…
Hier herrscht das blanke Chaos, Sexsucht und Menschenverachtung – Demut und Liebe und Anstand sind für die Don Giovannis aller Zeiten Fremdwörter. Die Verdammten derweil schleppen sich ab mit schwarzen Müllsäcken und schieben schwere Stahlträger mit Menschenstärke voran. Die Tortur ist einsichtig und stark. Was missfällt daran?

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Die Schneiderin

Das ist eine wahrhaft drollige Geschichte. Das ist bestes Figuren-Zaubertheater nach Art der Gruppe FLöz und wie es in Berlin die Hans-Busch-Hochschule als vielleicht anspruchvollste Ausbildung lehrt: Bühnenbild, Requisiten, Kostüme, Story, Schauspiel, Pantomime und Gesang in einer geistreichen Verpackung – der Inhalt komisch und traurig zugleich – gehören alles in ein Nähkästchen. Und aus dem holt die kleine Schneiderin Gardi wahrhaft Seltsames hervor…

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Die rote Zora

Bei den Kindern kommt diese auf die einfache Formel “gutes und schlechtes Sozialverhalten” gebrachte Inszenierung gut an, denn das Thema ist nicht, wie im Buch, vordringlich der schmerzende Hunger, das Elend des Ausgestoßenseins, der Armut und der Diskriminierung, sondern es geht eher um harmlose Mutproben, schillernd schöne Tunfische, einen harmlosen Hühnerdiebstahl, und – die kapitalistische Vernichtung der privaten Fischerexistenzen.

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Die Nadeln der Kleopatra

Diese kleine Geschichte um drei gesellschaftliche Außenseiter und eine blinde alte Lady mit einer tragischen Lebensgeschichte könnte als Liebesstory auf zwei Ebenen durchaus eine kleine Perle sein; Die Schauspieler zumindest geben sich alle Mühe, zwischen den verschiedenen Milieus herumzuturnen.
Die Begeisterung für dieses magere Stück ist allerdings nur aus einem Grunde heraus verständlich: Man möchte der großen alten Dame des Films und der Bühne, der 79jährigen Ingrid van Bergen, die selbst ein schreckliches Schicksal durchlitt, liebevoll huldigen. Und das ist hiermit geglückt.

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