Rigoletto, HB
Die dunkle Seite ist zuerst da, und sie bleibt fortwährend präsent: der Macht des Schicksals schleicht sich als schwarzer Schatten mit langen Spinnenfingern geisterhaft und wesenlos auf die Vorbühne, unheilverkündend, wie die dunklen Streicher. Und auf der anderen Seite der Bühne hockt das Alter Ego Rigolettos, ein Mann, verwachsen, kleinwüchsig wie der Glöckner von Notre Dame. doch rachedurstend, mordbereit. Ein Messer, vom Schicksal dargeboten, blitzt auf, von düsternen Vorahnungen des Orchesters begleitet in diesem psychologisch tiefgründig inszenierten Spektakulum um Liebe, Eigenliebe, Egoismus und Macht. Zu bewundern ist ein homogenes Zusammenspiel von Orchester, Regie, Bühne und Sängern; vor allem bestechen in der Aufführung, die zu Halloween gruselig angeglichen spielte, Claudio Otellis Rigoletto, Marysol Schalits Gilda und Hyojong Kims Herzog mit leidenschaftlicher Stimmführung.