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Aus der Mitte der Gesellschaft, OL

Angekommen im Nirgendwo. Und wie wieder herausfinden aus der Unsicherheit, zu sich selbst, zu einer neuen Bewußtseinslage, zu einer Veränderung des eigenen Lebensstils, um damit vielleicht auch als Vorbild für die anderen zu dienen? Geht das: Beispiel sein, einen anderen Weg einschlagen, Trägheit und Depression hinter sich lassen und sich mit einer neuen Werteskala noch einmal neu orientieren? Vielleicht ist das die Hoffnung, die hinter diesen intelligenten Wortgeflechten steckt, die uns an unsere eigene Handlungsfähigkeit erinnern wollen.

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Namouna und Clear, B

Zwei völlig verschiedene Ballette und Choreographien mit entsprechend unterschiedlicher Anforderung sind an diesem Abend vereint. Da ist die akademisch-klassische Bearbeitung zweier Bach-Konzerte mit einem hoch motivierten Ensemble starker Tänzertalente, und da ist die zauberhafte neue stilisierte Version einer romantischen Liebesgeschichte , die so frisch und übermütig daherkommt, als sei sie gerade erst ins Jungmädchenalter gekommen.

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Tartuffe, B

Lars Eidinger hat hier als Tartuffe eine Glanzrolle für sich gefunden, die er genüßlich und nunancenreich auskostet: als Büßer und Sünder gebeugt und gebeutelt, mit monotoner gebrochener Stimme verkündend, wie die Heilige Schrift über die Armen und Frommen richtet, vor allem aber wie sie allen anderen ein nicht enden wollendes Fegefeuer verspricht. Als durchtriebener Scharlatan nistet er sich im Hause einer wohlhabenden Familie ein und vereinnahmt den ihm völlig hörigen Hausherrn, so dass dieser seinen Sohn enterbt und nur noch dem heuchlerischen Mönch Gehör schenkt.

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Der ideale Mann, B

Ob es heutzutage eine Bereicherung darstellt, wenn eine männerfeindlich gesonnene Autorin wie Frau Jelinek sich daran begibt, die herzliche Persiflage auf Englands Gesellschaft und Politik mit harschen Worten in unsere Zeit zu transferieren, mag dahin gestellt sein. Solange jedenfalls auf der Bühne bis zur Pause der Original-Wilde weitestgehend das Sagen hat, macht die Aufführung Spaß.

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Die Firma dankt, B

Eine scheintbar total meschugge Mannschaft stellt sich auf amerikanische Business-Verhältnisse ein: man wird eingestellt, arbeitet für kurz oder lang an einem Produkt bis die Sache erledigt ist, man duzt seine Chefs und Mitarbeiter, feiert Parties miteinander, zwanglos und fröhlich – und dann gibt es den Abschiedskuss. Hire and Fire – die Devise ist bekannt; Hübner treibt sie in diesem Stück auf die Spitze, und die Schauspieler der Vaganten spielen diese Farce so fies und durchsichtig wie sie auch gemeint ist. Wer nicht mitmacht, bleibt draußen. So einfach ist das in unserer schönen neuen globalen Arbeitswelt.

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Munch und van Gogh – Der Schrei der Sonnenblume, OL

Eine TV-Show will die beiden Maler, den Holländer Vincent van Gogh und den Norweger Edvard Munch, posthum zu ihrem Leben, zu ihrer Kunst befragen und hat dazu außerdem einen französischen Kunstsammler (auch ein historisches Relikt) eingeladen und einen Talkmaster, die dem nun folgenden Stress alle aber nicht gewachsen sind. Die verbindenden Worte zwischen den aus dem Ruder der TV-Regie laufenden Auftritten der furiosen und und undisziplinierten Künstler übernimmt am Bildschirm ein um Ernsthaftigkeit bemühter Sprecher – auch eine Puppe, die vollkommen synchron zu den Worten der Spielerinnen die Lippen bewegt (wie alle anderen übrigens auch), und die in der absurden Ernsthaftigkeit in einer völlig skurrilen Situation ein wenig an Loriots Figuren erinnert. Ein kritisches und lustiges Spiel um die Vermarktung und Bewertung von Kunst in Vergangenheit und Gegenwart.

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