Category Archives: Oper/ Musiktheater

Permalink to single post

Excalibur,B

Der Schauspieler Michael Mendl (“Schlafes Bruder”) im wunderbar wallenden Zauberermantel – wie überhaupt sämtliche Kostüme eine prachtvolle, glänzende Augenweide darboten – Mendl also führte mit rauchig-kraftvollem Timbre durch die mit Tanzwirbel und Akrobatik gespickte Handlung, wobei sowohl seine eigene Vorgeschichte als auch die weiteren Etappen nur angerissen wurden, und alles eher den Eindruck vermittelte, dass vordringlich die Songs der Sänger im Vordergrund dieser lockeren Revue standen und die Artus-Sage nur ein Mittel zu eben diesem Zweck darstellte.

Permalink to single post

Ewig Jung,B

Und wie diese kleine, von einem langen Leben aufgezehrte und gezeichnete Gemeinschaft aufzublühen vermag, ihre schlackernden, verkrüppelten Gliedmaßen wieder auf die Reihe und das Gedächtnis für einige Zeit in Schwung bringt, noch einmal ein Anflug von Lebendigkeit in die bleichen, verzerrten, müden Mienen zurückkehrt, die Lust an kleinen Bösartigkeiten und später Erotik erwacht, das ist schon eine rabenschwarz-fröhlich gelungene Theatermixtur.

Permalink to single post

Don Giovanni

Was Calisto Beixto in der Komischen Oper einst mit Mozarts “Cosi fan tutte” veranstaltete, bedurfte wirklich des massiven Protests. Doch im Gegensatz zu jener würdelosen, pornografischen Inszenierung hält Schwab es hier eher faustisch: unheimlich-geheimnisvoll. Und doch offensichtlich ist es, wer hier im Dunkeln der Bühne die Peitsche schwingt gegen die unersättliche Gier einer zerstörte Seele…
Hier herrscht das blanke Chaos, Sexsucht und Menschenverachtung – Demut und Liebe und Anstand sind für die Don Giovannis aller Zeiten Fremdwörter. Die Verdammten derweil schleppen sich ab mit schwarzen Müllsäcken und schieben schwere Stahlträger mit Menschenstärke voran. Die Tortur ist einsichtig und stark. Was missfällt daran?

Permalink to single post

Die rote Zora

Bei den Kindern kommt diese auf die einfache Formel “gutes und schlechtes Sozialverhalten” gebrachte Inszenierung gut an, denn das Thema ist nicht, wie im Buch, vordringlich der schmerzende Hunger, das Elend des Ausgestoßenseins, der Armut und der Diskriminierung, sondern es geht eher um harmlose Mutproben, schillernd schöne Tunfische, einen harmlosen Hühnerdiebstahl, und – die kapitalistische Vernichtung der privaten Fischerexistenzen.

« Older Entries Recent Entries »