Category Archives: Oper/ Musiktheater

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Ewig Jung,B

Und wie diese kleine, von einem langen Leben aufgezehrte und gezeichnete Gemeinschaft aufzublühen vermag, ihre schlackernden, verkrüppelten Gliedmaßen wieder auf die Reihe und das Gedächtnis für einige Zeit in Schwung bringt, noch einmal ein Anflug von Lebendigkeit in die bleichen, verzerrten, müden Mienen zurückkehrt, die Lust an kleinen Bösartigkeiten und später Erotik erwacht, das ist schon eine rabenschwarz-fröhlich gelungene Theatermixtur.

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Don Giovanni

Was Calisto Beixto in der Komischen Oper einst mit Mozarts “Cosi fan tutte” veranstaltete, bedurfte wirklich des massiven Protests. Doch im Gegensatz zu jener würdelosen, pornografischen Inszenierung hält Schwab es hier eher faustisch: unheimlich-geheimnisvoll. Und doch offensichtlich ist es, wer hier im Dunkeln der Bühne die Peitsche schwingt gegen die unersättliche Gier einer zerstörte Seele…
Hier herrscht das blanke Chaos, Sexsucht und Menschenverachtung – Demut und Liebe und Anstand sind für die Don Giovannis aller Zeiten Fremdwörter. Die Verdammten derweil schleppen sich ab mit schwarzen Müllsäcken und schieben schwere Stahlträger mit Menschenstärke voran. Die Tortur ist einsichtig und stark. Was missfällt daran?

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Die rote Zora

Bei den Kindern kommt diese auf die einfache Formel “gutes und schlechtes Sozialverhalten” gebrachte Inszenierung gut an, denn das Thema ist nicht, wie im Buch, vordringlich der schmerzende Hunger, das Elend des Ausgestoßenseins, der Armut und der Diskriminierung, sondern es geht eher um harmlose Mutproben, schillernd schöne Tunfische, einen harmlosen Hühnerdiebstahl, und – die kapitalistische Vernichtung der privaten Fischerexistenzen.

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Der Fall Rigoletto

Ein junger Italiener führt durch das spannend aufgebaute Geschehen, das sich musikalisch abwechslungsreich zwischen Verdis Oper und moderner Komposition bewegt. Und daraus ist eine so faszinierende aktuelle Rigoletto-Version entstanden, dass das Publikum bei der Aufführung, die ich sah, so gebannt war, dass es nicht einen Finger rührte, um den einzelnen musikalisch hochwertigen Gesangspartien den üblichen Beifall zu zollen. Und die Regie führte dankbarer Weise auch zügig und pausenlos durch das Spiel.

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Così fan tutte, E-Werk

Regisseur Hagel hat die Intrige um Treue und Verführungskünste kurzerhand auf die glitzernde Bühne einer TV-Show transponiert, in die Mitte abwechselnd die Talkmaster Alfred Biolek und Friedrich Liechtenstein gesetzt, die zwei turtelnden Brautpaaren mit einigen Quizaufgaben ihre Intimitäten abhorchen wollen. Derweil sich das albernde Unterhaltungsmenü einschläfernd fortsetzt, hat der wütende Regisseur Alfonso, der hinter der Bühne dem fragwürdigen Amüsement entsetzt folgt, eine Idee, die er mit Hilfe seiner leicht teuflisch erscheinenden Assistentin Despina sogleich in die Tat umsetzt: Man will die beiden Männer fortlocken und sie, unkenntlich maskiert und verkleidet, auf die zurückgebliebenen Bräute ansetzten, um deren Treue zu testen. Das garantiert Spannung und Spaß und eine bessere Einschaltquote!

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