La Bohème, HB
Ein Abend mit schönen Stimmen, gefühlvoller Musik und einem minimalistischen Bühnendekor, das sich mit seiner phantasielosen Armuts- und Künstlerpoesie ins dramaturgische Abseits begibt. Gleichwohl mag hinter dem Einfall, dass sich Maler, Musiker und Schriftsteller permanent in buntem Farb- und Luftschlangentaumel befinden, die Absicht stecken, Liebesleid und Lust, Armutsweh und dessen Kompensation in aller Schlichtheit zu zeigen. Die Poesie findet nur im Kopf und – natürlich im Herzschmerz der romantischen Arien und Duette statt, wobei die Damen und die Chöre aus dem Dunkel der mit Gaze verhangenen Seitenemporen für den Fortgang der Handlung nicht wirklich präsent sind.