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Die Italienische Nacht, B

Wer die feinen Pfeilspitzen innerhalb dieses bajuwarischen Gerangels nicht zu sppüren vermag und eine kraftvollere Version dieses Themas angesichts der Gewalttätigkeiten der neuen Rechten in unseren Tagen bemängelt, hat viele Angebote, sich andere Inszenierungen zu diesem Thema anzuschauen, könnte aber auch noch einmal in aller Konzentration die Video-Aufnahmen in den Mediatheken ansehen. Die Unheimlichkeit, mit der Ostermeier dieses “Volksstück” untermalt, ist ausreichend suggestiv und das wüste Spiel scheint ein gefundenes Fressen für die Riege der Vollblutschauspieler, die hier zahlreich an der Liebe, an den Kämpfen, an der Verzweiflung und Traurigkeit, aber auch an am zähen Willen und der Selbsterhaltung ihrer Charakltere festhalten. Und der Spaß am Toben, an den Wortgefechten, an der Klopperei, am hintergründigem Witz der Berliner Schnauze, an tiefer Situationskomik, die zeitweilig den Schatten durchdringt, der über dieser Nacht liegt, die so ganz verkorkst daherkommt, läßt nicht einen Augenblick Zweifel an der Aktualität dieses Kunst-Stückes aufkommen.

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Ruhm, B

von Daniel Kehlmann, Bühnenfassung Erik Schäffler Vagantenbühne Berlin, 2019 Regie: Hajo Förster, Ausstattung Olga Lunow mit: Lisa Marie Becker, Marion Eiskis, Felix Theissen, Urs Fabian Winiger Wenn das Ich verloren geht… Das ist ein teilweise vergnüglich-infames Spiel um die eigene Identität, um Entscheidungen, die ein jeder in seinem Leben zu treffen gezwungen wird, zu Taten, denen oft nichts mehr hinzufügen ist; sie geschehen, sind geschehen und nicht mehr revidierbar. Und dazu ein Marionettenkünstler, ein Dichter, der Schicksale literarisch bearbeitet und

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Ismene, B

von Lok Vekemans, Deutsch von Eva Maria Pieper Deutsches Theater Berlin, Kammerspiele ,2019 mit Susanne Wolff als Ismene Regie: Stephan Kimmig, Bühne und Kostüme: AnneEhrlich, Dramaturgie: John von Düffel, Licht: Ingo Greiser, Regieassistenz: Bettina Ihde, Soufflage: Dorothea Bartelmann, Inspizienz: Erika Kurth-Luxath Erinnerungen aus dem Schattenreich Ismene ist die Schwester der antiken Heldin, deren Name nicht genannt werden darf; Ismene ist die Zurückgebliebene der ausgelöschten Familie des thebanischen Herrschergeschlechts, zurückgeblieben im Reich der Toten, deren eigener Fluch es ist, auch hier

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Der fliegende Holländer, HB

Der fliegende Holländer-ein Mythos, das letztlich – durch die Kunst – doch nicht sterben kann. Verdammnis und Erlösung, vom Schicksal getrieben (der Holländer) und geleitet (das Mädchen Senta), zwei Menschen, die im Orkan ihrer Gefühle und Sehnsüchte aufeinander zusteuern, ausweglos, endgültig, wahnsinnsgetrieben und zu Tode erschrocken über die emotionale Intensität ihrer beider Verlangen: nach Erlösung strebend der Mann, von ferngesteuerter Opferbereitschaft das Mädchen. Zwei Idealbilder, die sich ergänzen. Dass hier die Gefühle ständig über die Ufer des Vorstellbaren fluten, sich in einem seelischen Inferno austoben und bis zur Erfüllung der schicksalhaften Verbindung zwischen Reinheit und Verdammnis wüten wie einst bei Theodor Storm das Meer den Schimmelreiter Hauke Hayen, seinen Deich und sein ganzes Dorf vernichtete, verlangt von Orchester und Sängern kraftvolle, totale Übereinstimung. Die symphonisch auskomponierte und mit sämtlichen Momenten des Bühnenspiels koordinierte instrumentale Expressivität, die Wagner in seinen Werken durchsetzt, hat hier ihren Anfang, ist der Auftakt zu einer genialen kompositorischen neuen Orientierung. Sowohl das Rezitativ des Holländers als auch seine pantomische Hilflosigkeit bei der ersten Begegnung mit Senta sprechen eine ebenso moderne wie seelenvolle Sprache.

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Die Entführung aus dem Serail, HB

Bereits mit der schön schmelzenden Overtüre gerät man ins Zweifeln: was spielt sich da oben im Guckkkasten auf der Bühne eigentlich ab? Partygewirr, Gläser, Tanz, eng an eng hocken die Leute auf einem braunen Kunststoffsofa, alles ziemlich trist. Die Kleidung ist auch nicht gerade das, was man vom Rokoko kennt. Überhaupt ist diese ganze Aufführung gewollt farbarm, der schöne Schein ist seines Glanzes beraubt. Man ist so eine Entzauberung zwar gewöhnt, und nicht immer erschließt sich sofort der Sinn, dieses Mal aber schon nach kurzer Zeit: denn die Partygesellschaft von heute ist die gleiche Amüsiergesellschaft von gestern und vorgestern, und auch die zu Zeiten Mozarts, der, als er dieses scheinbar märchenhafte Spiel in seiner Phantasie in Noten umsetzte, dabei weitaus tiefsinnigere Absichten hegte als in erotisch überspannten oder gefühlsduselig strapazierten Inszenierungen auf deutschen Bühnen oft vorgeführt worden ist.
Und somit ist diese Oper eigentlich ein großes Drama, nur so zuckerwatteleicht verpackt, dass durch die rosa Wölkchen das kleine rote Hackebeilchen, dass eines Tages alle Liebe zerstören wird, nicht wirklich ernst gemeint ist, nur so, als Mahnung. Denn letztlich sitzen sie alle mit ihren alter egos wieder nett beisammen in ihrer Partygesellschaft – doch es ist nichts mehr so wie es vorher war! A.C.

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Ein Maskenball, HB

Oper in drei Akten von Guiseppe Verdi Text von Antonio Somma nach dem Drama “Gustave III. ou Le Bal Masqué” von Eugène Scribe Theater am Goetheplatz, Bremen, 2018 Musiklische Leitung Marco Comin/Israel Gursky; Regie:Michael Talke; Dramaturgie: Brigitte Heusinger; Bühne: Barbara Steiner; Kostüme: Regine Standfuss; Chor Alice Meegaglia mit: Patricia Andress, Romina Boscolo, Sungkuk Chang, Stephen Clark, Iryna Dziashko/KaEun Kim, Birger Radde, Daniel Ratchev, Luis Olivares Sandoval, Zoltran Stefko, Dongfang Xie. Mit den Bremer Philharmonikern, Chor und Extrachor des Theaters Bremen 

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