Der Kirschgarten, HB
So wuseln und flirten und feiern sie alle miteinander, in letzter Hoffnung nach dem Motto: wer sich die Hand vor die Augen hält, wird nicht gesehen… Und als sie Lopachim in seiner freundlichen Art davon in Kenntnis setzen muß, dass er ihren Kirschgarten gekauft und das Wochenendhausprojekt verwirklichen wird, erwachen sie nicht zu neuem Bewußtsein, sondern verharren in Starrsinn und verletzter Standesehre. Dass dieser Lopachin mit Robin Sondermann die Sympathie der Regisseurin und auch die des Publikums gewinnt, ist ein Novum in der Interpretation dieses Stückes – wurde er doch bisher gern als Vorläufer des Raubtierkapitalismus gesehen, der die Tradition mit Brutalität ausrottet.