Richard III., B
Dieser Richard ist eine Ausgeburt des Bösen, ein Kind des Teufels, ein Satansschüler – den Lars Eidinger wie eh und je so exzessiv, so exentrisch und diabolisch gibt, dass es schon wieder Spaß macht, ihn in all seinen Masken zu erleben, in denen er hinter den Kulissen zum Mord antreibt und vor allen Verwandten und Höflingen den Biederen, Sanftmütigen, Unschuldigen spielt, den Werbenden, mit betörenden Worten als Verführer sich ganz und gar entblößt vor der trauernden Witwe am Sarg ihres gerade eben erst verstorbenen Gatten. Mit der Wucht eines umwerfend reichen Wortschatzes, den Shakespeare dieser Absurdität der Menschlichkeit eingibt, spinnt er die verzweifelte, hassende, wütende Anne in sein dichtes Netz, taucht das tödliche Garn für den Augenblick in Honigsüße. Was für eine Schauspielerei! Was für ein Spaß an der Diabolik, mit der uns dieser zweispältige Monsterkönig ins Vertrauen zieht, uns einlullt in seine unfassbare Vernichtungsstrategie!